Vielleicht ist euch auf meinen Kursbildern schon einmal aufgefallen, dass die entstandenen Figuren zwar irgendwie zusammengehören – und trotzdem keine aussieht wie die andere.
Besonders stark ist mir das beim letzten Mäuse-Workshop aufgefallen. Alle haben nach derselben Vorlage gearbeitet, dieselben Arbeitsschritte kennengelernt – und am Ende sass da eine Mäusebande voller unterschiedlicher Charaktere.
Eigentlich beobachte ich das schon lange. Aber diesmal habe ich mir ganz bewusst Gedanken darüber gemacht, warum das so ist.
Ich gebe euch die Bausteine
In meinen Workshops zeige ich euch den Aufbau einer Figur. Wie entsteht der Kopf? Wie forme ich den Körper? Wo sitzen Augen, Ohren, Schnauze und Bäckchen? Und was verändert sich, wenn etwas ein paar Millimeter höher, tiefer, grösser oder kleiner sitzt?
Ihr bekommt von mir also die Bausteine und die Bauanleitung.
Und dann kommen eure Hände ins Spiel.
Jeder filzt anders. Etwas fester oder lockerer, rundlicher oder schmaler. Manche Entscheidungen treffen wir bewusst, andere ganz intuitiv. Und mit der Zeit entwickelt sich daraus etwas, das sich kaum mit einer Anleitung vermitteln lässt: die eigene Handschrift.

Kopieren macht nicht immer glücklich
Das habe ich auch selbst lernen müssen. Wenn mir eine Figur von jemand anderem gefällt, kann der Versuch, sie möglichst genau zu kopieren, ziemlich schnell frustrierend werden.
Denn die Handschrift eines anderen lässt sich eben nicht einfach mitkopieren.
Viel erfüllender finde ich es inzwischen, eine Idee oder Technik als Ausgangspunkt zu nehmen und daraus etwas Eigenes entstehen zu lassen. Abzuweichen, auszuprobieren und irgendwann zu merken: Jetzt fühlt sich die Figur nach mir an.
Und genau das wünsche ich mir auch für meine Kurse.
Meine Figur vorne auf dem Tisch ist ein Serviervorschlag – kein Kopierauftrag. 😄
Ich zeige euch, wie es geht, helfe bei Proportionen, Formen und den kleinen Kniffen – aber am Ende soll dort nicht zehnmal meine Figur sitzen.
Sondern zehnmal eure.





